WLL-Systeme ersetzen die herkömmliche erdgebundene Verbindungsleitung zwischen
der Vermittlungsstelle und dem Endkunden durch eine Funkstrecke (Letzte Meile, TAL).
WLL-Techniken ermöglichen es unter Umgehung des hohen Aufwandes für die Verlegung
leitungsgebundener Übertragungswege und ohne Rückgriff auf die Teilnehmeranschlussleitung
etablierter Netzbetreiber relativ schnell Endkundenzugänge und TK-Dienste anzubieten. Hierzu
werden an der Vermittlungsstelle und beim Kunden Sende- und Empfangseinrichtungen eingesetzt,
die eine Informationsübermittlung über eine Luftschnittstelle ermöglichen. Dabei werden aber im
Unterschied zu Mobilfunksystemen die kundenseitigen Endgeräte vornehmlich für einen stationären
Betrieb ausgelegt. Die verschiedenen Techniken, die für einen Aufbau von drahtlosen Zugangsnetzen
eingesetzt werden können, unterscheiden sich hinsichtlich der Mobilität der angeschlossenen
Endgeräte. Sie weisen zudem Unterschiede bezüglich der realisierbaren Anschlussdichte und
der möglichen Bandbreite der bereitgestellten Netzzugänge auf. Wesentliche WLL-Techniken
sind: Kleinzellennetze, die auf der Grundlage der (weiterentwickelten) Standards der schnurlosen
Telefonie (DECT) beruhen und bei denen die Basisstation nicht am Anschluss eines Endkunden,
sondern an der Vermittlungsstelle betrieben wird und somit mehrere Endkunden versorgt. Zellulare
Mobilfunksysteme (GSM), bei denen Übertragungskanäle zur Anbindung stationärer Endgeräte
verwendet werden können. Richtfunk-Systeme, bei denen Systeme unterschieden werden können,
die eine Anbindung einzelner (Point-to-Point) oder mehrerer (Point-to-Multipoint) Endkunden
ermöglichen. Es existieren auch Systeme, die eine Informationsübertragung über "optische
Richtfunkstrecken" mit Laserstrahlen realisieren sowie Satelliten-Systeme auf niedrigen oder
mittleren Erdumlaufbahnen, die eine direkte Kommunikation mit Endgeräten geringer Sendeleistung
ermöglichen.